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Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2026

Die Wahl zum neunten Landtag von Sachsen-Anhalt findet am 6. September 2026 statt und gilt nach aktuellen Umfragen als offene Auseinandersetzung, in der die AfD erstmals als stärkste Kraft erwartet wird.

Stand: Am 30. Juli 2026 sah eine Infratest-dimap-Umfrage die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 24 Prozent.

Chronologie

Am 6. Juni 2021 wurde der bisherige, achte Landtag von Sachsen-Anhalt gewählt; seine Wahlperiode begann mit der konstituierenden Sitzung am 6. Juli 2021. Nach Artikel 43 der Landesverfassung muss die nächste Wahl frühestens im 58. und spätestens im 62. Monat danach stattfinden. Im Mai 2025 beschloss der Landtag den 6. September 2026 als Wahltermin, den letzten verfassungsrechtlich möglichen Sonntag.

Am 7. August 2025 erklärte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), nicht erneut als Spitzenkandidat anzutreten. Bereits zuvor, am 23. Mai 2025, hatte die AfD auf einem Landesparteitag in Magdeburg Ulrich Siegmund mit 98,3 Prozent der Delegiertenstimmen zu ihrem Spitzenkandidaten gewählt. Am 16. Juni 2025 nominierte der SPD-Landesvorstand einstimmig Armin Willingmann; am 17. Juni 2025 schlugen die Linken-Landesvorsitzenden Eva von Angern als Spitzenkandidatin vor.

Am 1. November 2025 kürte eine CDU-Landesvertreterversammlung in Oschersleben Sven Schulze mit 90,09 Prozent zum Spitzenkandidaten; Schulze war zu diesem Zeitpunkt bereits zum Ministerpräsidenten gewählt worden — er übernahm das Amt im Januar 2026. Mitte November 2025 bestätigte die FDP Lydia Hüskens als Spitzenkandidatin, am 23. November 2025 wählten die Grünen Susan Sziborra-Seidlitz. Anfang März 2026 nominierte das BSW Claudia Wittig und Thomas Schulze als Spitzenkandidatenduo.

Die Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen lief am 20. Juli 2026 ab. Am 24. Juli 2026 ließ der Landeswahlausschuss die Landeswahlvorschläge der antretenden Parteien zu.

Ausgangslage und Vorwahl 2021

Bei der Landtagswahl 2021 hatte die CDU mit 37,1 Prozent klar gewonnen und die AfD mit 20,8 Prozent auf Abstand gehalten. Das vor der Wahl diskutierte Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen beiden Parteien blieb aus; der Abstand betrug rund 16 Prozentpunkte. Die Linke erzielte mit 11,0 Prozent ihr historisch schlechtestes Landesergebnis, die SPD kam auf 8,4 Prozent. Die FDP schaffte nach zehnjähriger Abwesenheit mit 6,4 Prozent den Wiedereinzug, die Grünen zogen mit knapp sechs Prozent ein.

Nach der Wahl bildeten CDU, SPD und FDP eine Dreiparteienkoalition. Haseloff wurde erneut zum Ministerpräsidenten gewählt, allerdings erst im zweiten Wahlgang. Die Koalition verfügte über 56 der 97 Sitze. Nach dem Rückzug Haseloffs übernahm im Januar 2026 der bisherige Landeswirtschaftsminister Sven Schulze das Ministerpräsidentenamt.

Kandidierende Parteien und Spitzenkandidaten

Sieben Parteien wurden am 24. Juli 2026 vom Landeswahlausschuss für die Landtagswahl zugelassen. Neben den bisher im Landtag vertretenen Parteien CDU, AfD, Linke, SPD, FDP und Grünen tritt erstmals das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Sachsen-Anhalt an.

Die CDU wird von Ministerpräsident Sven Schulze geführt, der von 2021 bis 2025 Wirtschaftsminister war und seit 2018/19 Landesvorsitzender ist. Die AfD setzt auf Ulrich Siegmund, der seit 2016 dem Landtag angehört und seit 2022 Co-Fraktionsvorsitzender ist. Der AfD-Landesverband wird vom Landesverfassungsschutz seit 2023 als „gesichert rechtsextremistisch" eingestuft.

Für die SPD kandidiert Armin Willingmann, seit 2016 Mitglied der Landesregierung, derzeit als Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt sowie als erster stellvertretender Ministerpräsident. Die Linke schickt Eva von Angern ins Rennen, die dem Landtag seit 2002 angehört und bereits 2021 Spitzenkandidatin war. Die FDP wird erneut von Infrastrukturministerin Lydia Hüskens angeführt, die Grünen von der Landesvorsitzenden Susan Sziborra-Seidlitz. Das BSW kandidiert mit Claudia Wittig und Thomas Schulze als Doppelspitze; bei der Bundestagswahl 2025 hatte das BSW in Sachsen-Anhalt 11,3 Prozent erzielt.

Wahlrecht und Verfahren

Der Landtag hat mindestens 83 Sitze; durch Überhang- und Ausgleichsmandate sind es derzeit 97. Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird in jedem der 41 Wahlkreise ein Direktkandidat gewählt; die Zweitstimme entscheidet über die Sitzverteilung nach dem Hare-Niemeyer-Verfahren. In den Landtag ziehen nur Parteien ein, die mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erringen.

Wahlvorschläge von Parteien, die nicht im Landtag oder durch einen in Sachsen-Anhalt gewählten Bundestagsabgeordneten vertreten sind, mussten durch Unterstützungsunterschriften abgesichert werden: 1.000 für eine Landesliste, 100 für einen Kreiswahlvorschlag.

Umfragelage

Die Meinungsforschung zeigt seit dem Frühjahr 2026 eine deutliche Verschiebung gegenüber dem Wahlergebnis 2021. In einer Erhebung vom Mai 2026 wurde der AfD ein Rekordwert von 42 Prozent zugeschrieben. Eine Infratest-dimap-Umfrage vom 30. Juli 2026 sah die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 24 Prozent, die Linke bei 13 Prozent, die SPD bei 7 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent und das BSW bei 4 Prozent.

Gegenüber dem Wahlergebnis 2021 entspräche dies einem Zugewinn von rund 20 Prozentpunkten für die AfD und einem Verlust von etwa 13 Prozentpunkten für die CDU. Die FDP läge in diesen Umfragen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde. Laut einer hausinternen Analyse vom 22. Juli 2026 gibt es für die CDU nach dieser Umfragelage kaum einen rechnerisch komfortablen Koalitionsweg ohne die AfD oder die Linke.

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Zuletzt aktualisiert: 02.08.2026, 02:02 Uhr · KI-generiert (Art. 50 AI Act).

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